Allgemein Gedanken & Tipps Indien Yoga

Yogalehrerausbildung – wie ich nach Indien ging um Yoga zu lernen

Viele Dinge von der Bucket List abgehakt und es kommen immer wieder neue Dinge hinzu. Manche wandern in der Priorität eher nach unten, aber manche bleiben auch beharrlich oben. So war bei mir auch die Yogalehrerausbildung schon seit bestimmt 3 Jahren mit ganz oben auf der Liste. Ich hatte aber immer recht großen Respekt vor dieser Herausforderung. Und irgendwann kam mir der Gedanke „warum eigentlich nicht? Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Wie ich zum Yoga kam

Yoga begleitet mich schon länger. Ich erinnere mich noch daran, wie ich in die ersten Yoga Stunden ging. Damals in England im Jahr 2010 im Uni-Fitnessstudio, wo ich meinen Master absolvierte. Mit ein paar Freundinnen gingen wir dort immer zu den Sportstunden und probierten von Zumba, Zirkeltraining, Kickboxen bis Yoga alles aus. Am Anfang dachte ich wie fast jeder Yogaanfänger:“ ach das bischen verrenken und rumliegen. Das kann doch nicht so anstrengend sein.“ Aber “das Verrenken” stellte sich schnell als eine richtige Herausforderung heraus. Um ehrlich zu sein, ich bin nicht wirklich flexibel und war sehr schlecht in den Übungen. Dies genau hat mir dann aber gezeigt, wie notwendig es für mich eigentlich ist Yoga zu praktizieren. Denn wenn ich mit Anfang 20 schon an einfachen flexiblen Positionen scheitere, wie soll es dann nur später im Alter werden? 😉 Und so nahm es seinen Lauf….

Von Bikram, Ashtanga, Aerial, Hatha, Yin, und Co.

Über die letzten 8 Jahre ging ich dann also mal öfter, mal weniger oft zum Yoga. In meiner bisherigen Yoga-Reise habe ich alles Mögliche kennengelernt. Von verschiedenen Yogastudios in Köln, schwitzigen, strengen Hot Yoga/Bikram Kursen, wo man sich athletisch zu strengen Anweisungen in der Fast-Hitze einer Sauna wendet und verbiegt bis hin zu meditativen Yin Yoga Stunden. Power Yoga in Fitnessstudios, SUP Yoga in Barcelona oder im See, Open-Air Aerial Yoga in Ecuador mitten in den Anden-Gebirgen, wo man sich an Seilen entlang turnt. Yoga am Strand in Nicaragua, Thailand, Bali, und Portugal, usw…

Vor 2 Jahren kam dann eine leichte Unbefriedigung auf. Man hüpft von Yogastudio zu Yogastudio, von Yogastunde zu Yogastunde, von Yogalehrer zu Yogalehrer. Mir fehlte irgendwie das ganze Bild, der ganze Hintergrund. Warum macht man nun welche Pose? Was ist für was gut? Was ist die Philosophie dahinter? Warum atmet man genau so und nicht anders? Warum singt man Om? Was soll das Chanten? Warum die Atemübungen? Was sollen die verschiedenen Yogastile? Und so weiter…. Ich wollte von Vorne bis Hinten ins Yoga eintauchen und den Sinn verstehen.

Indien, Klappe die Erste: Sivananda Ahsram, Neyyar Dam, Kerala

Schon damals hatte ich einen längeren Yogakurs im Kopf und entschied mich aber erstmal (und wegen Mangel an Urlaubstagen) für 2 Wochen Kerala, im Süden von Indien, für einen Yoga Urlaub in einem Ashram. Der Sivananda Ashram ist wirklich ein Traum! Zwar hat man einen sehr strengen Tagesablauf der früh morgens mit 2 Stunden Meditation und Chanten beginnt,  es weiter geht mit 2 Stunden Yoga bis man das Frühstück/Mittagessen bekommt. Mittags dann Karmayoga, Philosophiestunden, dann wieder 2 Stunden Yoga und nach dem Abendessen wieder 2 Stunden Meditation und Chanten. So ist der Tag von Morgens bis Abends gefüllt. Aber es macht richtig Spaß. Vor allem die Philosophiestunden hatten es mir angetan. Eben dies hatte ich gesucht und vorher nicht gefunden. Tiefer in das ganze „Warum“ einzutauchen. Ich kam zurück, habe versucht einiges Gelerntes in meinen Alltag zu integrieren und habe dann doch gemerkt, das war noch nicht alles für mich. Ich wollte mehr, und jetzt erst recht!

Meine Erfahrung aus dem Sivananda Ashram kannst du hier nachlesen.

Die Vorbereitung für den Yoga Teacher Training Course

5 Monate bis Abflug

3 Wochen lang habe ich recherchiert. Ich bin eh ein Mensch der sich mit Entscheidungen schwer tut (ich versuche daran zu arbeiten ;-)) und bin ein großer Fan von Pro/Kontra-Listen und langen Excel-Tabellen mit verschiedenen Kriterien, die mir helfen meine Entscheidungen zu fällen. Auch bei der Auswahl meines Yoga Teacher Trainings kam eine Exceltabelle zum Einsatz. Akribisch suchte ich mir alle (ja ich meine damit ALLE) Yoga Teacher Trainings für die Monate Oktober 2017 bis Februar 2018 heraus. Das sind verdammt viele. Ich sah ein, dass eine Vorauswahl nötig war, um hier nicht ewig damit zu verbringen. 3 Wochen und viele Abende der Recherche hat es trotzdem gedauert. Nach der Vorauswahl blieben noch ca. 10 Yoga TTCs übrig die zwischen Indien, Guatemala und Bali verstreut waren. Stück für Stück ging ich alle Webseiten durch, studierte die Lehrpläne, die Teilnehmerzahlen, die Yogalehrer, recherchierte Orte, Klimatabellen, durchforstete Bewertungen auf der Yoga Alliance Seite, googelte nach Erfahrungsberichten, Facebook Bewertungen, usw. Und tadaaaa! Am Ende habe ich mich tatsächlich entschieden! Was für eine schwere Geburt.

Meine Entscheidung viel auf Trimurti Yoga in Goa, Indien. Trimurti ist eine der einzigen Yogalehrer Schulen die einen Multistyle Kurs anbieten. Das heißt, man muss sich nicht für eine der zig Yogastile entscheiden, sondern lernt die größten drei Stile kennen (Hatha, Ashtanga-Vinyasa und Vinyasa) und kann so seinen eigenen Stil finden. Das passt perfekt zu mir! Da ich eh keinen favorisierten Yogastil habe und so einfach mal in alles reinschnuppern kann. Also, nicht lange gefackelt, habe ich meine Yogalehrerausbildung gebucht!

Warum überhaupt eine Yogalehrerausbildung, wenn ich doch gar nicht plane danach Yoga zu unterrichten? Ja, das habe ich mich auch gefragt und mich lange damit beschäftigt. Aber nach all den Yogaurlauben, die ich vorher absolviert hatte, war mir klar, dass diese mir nicht genau das liefern können, was ich suchte.. Und das ist genau das tiefe Eintauchen ins Yoga und alles darüber zu lernen. Es gibt Yoga TTCs die explizit darauf hinweisen, dass ein großer Fokus darauf liegt das „Unterrichten zu lernen“. Diese habe ich für mich ausgeschlossen. Auch wenn das Unterrichten lernen für mich kein Nachteil ist, ist dies ja nicht mein Hauptgrund. Ich hatte mit vielen Yoga TTC Ansprechpartnern Kontakt per Mail und habe mich vorher abgesichert, dass die Yoga TTCs in meiner engeren Wahl nicht explizit nur angehende Yogalehrer für das Yoga TTC wollen, sondern auch Interessierte und Yogabegeisterte, die tiefer eintauchen wollen… Und ich muss sagen, letztendlich waren viele in unserer Yogalehrerausbildung dabei, die nicht planten Yoga zu unterrichten, sondern die Ausbildung für sich selber machen. Also soweit alles richtig gemacht 😉

5 Wochen bis Abflug

Dadurch, dass ich mich sofort in die Organisation stürzte (Kontakt aufnehmen, Fragen fragen, Flüge recherchieren und buchen, Urlaub genehmigen lassen, Reiseführer kaufen, Visum beantragen, etc.) wurde mir irgendwie erst 5 Wochen bevor es losging richtig klar worauf ich mich da eingelassen habe. Oder eher gesagt, ich bekam die große Panik. “Was hat mich nur geritten zu denken ich könnte tatsächlich eine Yogalehrerausbildung machen?”, “4 Wochen Yoga Nonstop, 5 Stunden körperliches Yoga pro Tag + Theorieunterricht – bin ich denn verrückt?”, “Ich bin doch gar nicht so fit / biegsam / dehnbar / kräftig / usw.”, “Ich sterbe bestimmt nach 3 Tagen an Muskelkater”, “Bio war schon in der Schule mein Hassfach, wie in aller Welt soll ich jetzt Anatomie, Muskeln, Gelenke und Knochen lernen – und das auf Englisch?”. Diese und noch viele weitere Gedanken kreisten wie ein Karussell in meinem Kopf. Ich stellte einen Plan auf jede Woche mindestens 5mal zum Yoga zu gehen um mich wenigstens körperlich schon einmal vorzubereiten. Zwischendurch war ich dann aber leider auch noch krank und beruflich unterwegs. Tja, so ganz geklappt hatte der Plan also leider nicht. Aber immerhin habe ich im Schnitt vielleicht 3-4 Mal die Woche Yoga gemacht. Und im Nachhinein war ich froh die Vorbereitung gehabt zu haben! Denn ja, der Muskelkater kam eh und blieb dann auch für 4 Wochen…

3 Tage bis Abflug

Noch 3 Tage. Die Vorfreude gemischt mit der Panik stieg ins Unermessliche. Mein Zimmer ist ein einziges Kriegsfeld aus all meinen Kleidungsstücken sortiert in Häufchen “ja / vielleicht / vielleicht-nein”. Daneben häufen sich die Kosmetik-Einkäufe für 5 Wochen, sowie Yogamatte, Yogatuch, Yogabücher, etc. Außerdem noch einige Last Minute Einkäufe an Yogaklamotten. Am Ende habe ich es dann aber geschafft auszusortieren und das Nötigste in meinem Backback mit 13kg inklusiver Yogamatte zu verstauen. Und auf geht’s nach Goa!

Incredible India & incredible Pain: Yogalehrerausbildung in Indien

Der Nullte Tag

Angekommen in Indien. Zum Akklimatisieren habe ich vorweg ein paar Tage am Strand verbracht. Und nun: Heute geht es endlich los. Naja noch nicht so richtig. Aber heute war die Begrüßungs- und Orientierungsrunde. Uns wurde erzählt, was uns alles erwartet und wir stellten uns in großer Runde jeder einmal vor. 36 anstrebende Yogalehrer und 10 tolle erfahrene Yogalehrer, die uns auf dem Weg begleiten. Viele Informationen wurden uns mitgeteilt. Man kämpfte immer noch daran sich an Jetlag und Hitze zu gewöhnen, aber es war ein wunderbares Gefühl. Aufregend, aber schön!

Eindrücke vom Trimurti Campus in Goa:

Die nächsten 4 Wochen ist hier also mein Zuhause. Hier ist mitten im Süden von Goa, im Dschungel. Das Bettchen, umgeben vom Moskitonetz, in einem kleinen Holzhüttchen. Um mich rum zirpen die Grillen, ab und zu quakt ein Frosch, ein Gekko schreit oder ein anderes Tier gibt Geräusche von sich (Die Ratte auf dem Dach?). Ich bin gespannt. Jeden Tag um 6:00 Uhr wird aufgestanden und um 6:30 Uhr beginnt der Tag mit Geschichten, Chanten und Pranayama, den Atemübungen… Der ganze Tag ist dann vollgepackt mit 12 Stunden Yoga, Anatomie, Philosophie, und so weiter….

1. Woche: Klassisches Hatha, der Ursprung des Yogas

Ich bin müde von den Yogaklassen, spüre meine Knochen vom vielen auf den Boden im Schneidersitz sitzen und bin aber dennoch glücklich. Hatha Yoga gefällt mir sehr. Ich erkenne viele Parallelen aus dem Sivananda Ashram und der Unterricht macht mir Spaß. Allerdings waren die Tage auch sehr lang. Bei 30 Grad morgens 2 Stunden lang Sonnengrüße und weitere Asanas. Und Abends dann nochmal mindestens 1 Stunden Yoga. Zwischendurch Philosophie und Anatomie, was mir immer mehr gefällt. Die Erklärungen was mit den Knochen und Gelenken während des Yogas passiert ist wirklich spannend. Die Einsicht, dass jeder Körper anders ist, manches für einige einfach nicht möglich ist, da jeder in anderer Hinsicht durch Körperbau oder Knochenstruktur limitiert sein kann. In der eigenen Praxis diese Limitationen erkennen und akzeptieren. Alleine dafür hat sich der Kurs schon gelohnt 🙂

Nachmittags war im Tagesablauf dann außerdem Yoga Alignment und Adjustment Unterricht dran. Hier übt man die korrekte Ausführung der Yoga Posen, wie man andere sicher in und aus den Positionen leitet und wie man Übende in den Posen korrigiert. Auch hier kann man sehr viel für die eigene Yogapraxis und das Verständnis für die Verschiedenheit der Körper mitnehmen.

Freiwillig gab eine der Yogalehrerinnen abends dann noch Yin Yoga Stunden. Diese sollen ja eigentlich entspannend sein. Aber die Posen waren für mich in der ersten Stunde eine Qual. Das lange halten von bis zu 5 Minuten pro Pose war extremst anstrengend und fiel mir sehr schwer. Dabei dann noch “zu meditieren” war wirklich eine Herausforderung. Ich habe nur die Sekunden gezählt bis man wieder raus konnte und mein Kopf konnte einfach nicht ruhig werden. Das kann doch aber nicht der Sinn sein! Ich habe Yin Yoga später noch weitere Chancen gegeben und mich in der nächsten Stunde direkt in die erste Reihe gesetzt um mich besser auf das Erlebnis einzulassen. Tatsächlich hat es viel besser geklappt. Die Lehrerin hat eine tiefe entspannte Stimme, baut eine Lichterkette auf, der Raum ist ansonsten dunkel und es spielt sehr schöne Musik. Die Atmosphäre ist magisch. Und plötzlich konnte ich es genießen und sogar in den vorher so schmerzvollen, langen Posen meditieren und mich auf die Atmung konzentrieren. Erst dann habe ich erkannt wie wunderbar Yin Yoga sein kann. Das richtige Mindset, die richtige Umgebung und Yin Yoga ist der Schlüssel zu etwas unglaublich Schönem.

Die Tage haben so viel Input gebracht. So viele Informationen… Mir gefällt es aus meinem Alltag herausgekommen zu sein und mal 4 Wochen lang einzutauchen in eine komplett andere Welt. Man hat sich untereinander mittlerweile auch gut kennen gelernt und es sind richtige tiefe Freundschaften entstanden. Man teilt ja den ganzen Tag miteinander, man hat das gleiche Ziel. Die Gruppe macht richtig Spaß!

2. Woche – Ashtanga, das Yoga der Krieger

Der Kurs bei Trimurti ist ja ein Multistyle Kurs, das heißt… Die 1. Woche Hatha  Yoga, die 2. Woche Ashtanga, die 3. Vinyasa und die 4. Woche ist eine Art Wrap up und unseren Prüfungen und „Praktika“ – also selber Yoga unterrichten.

Ashtanga ist hart… Ich habe sehr zu kämpfen. Körperlich bin ich am Limit, alles tut weh. Die Sequenzen im Ashtanga liegen mir nicht sehr, die Posen sind sehr schwierig und wirklich eine Qual für mich. Der Anfang der 2. Woche ist für mich sehr emotional. Ich muss meine körperlichen Grenzen der Posen akzeptieren, was mir sehr schwer fällt.

Innerhalb der 4 Wochen hat jeder der Teilnehmer auch mal ein Tief durchlebt, sei es körperlich oder geistig. Die Yogalehrerausbildung bringt einen an die eigenen Grenzen der Komfortzone und darüberhinaus. Bei mir war dies auf jeden Fall in der 2. Woche der Fall. Erst am Ende in der 4. Woche merke ich, wie mir Ashtanga dann doch Ruhe bringt. Die gleichen Abfolgen der Primary Series bringen Sicherheit und Klarheit in Gedanken und Körper. Für die eigene Praxis ist Ashtanga hilfreich, man merkt wie man sich verbessert, man muss nicht viel nachdenken. Aber dennoch, Ashtanga bleibt für mich eine Herausforderung, auch wenn ich merke, dass es mir guttut.

Am Ende der 2. Wochen haben wir in Gruppen von 5-6 Leuten jeweils eine Sequenz unterrichtet. Am Anfang war ich noch recht aufgeregt und habe im Sonnengruß die Atmung vergessen anzuleiten, dann ging es aber und ich glaube ich habe alles einigermaßen souverän unterrichtet, Optionen gegeben, rumgelaufen, Hilfestellung gegeben und Asanas demonstriert. Ich merke, dass mir Yoga unterrichten tatsächlich richtig Spaß macht!

3. Woche – Vinyasa, alles ist erlaubt

Vinyasa! Genau mein Ding! Kaum ist Ashtanga rum und ich habe mich einen Tag am Strand ausgeruht habe ich auch wieder Kraft. Ich bin sehr froh nun den Flow des Vinyasas diese Woche zu haben. Nach dem ruhigen, klassischen Hatha, was mir auch sehr gefallen und dem strengen, herausfordernden Ashtanga tun mir zwar immer noch alle Muskeln weh, aber nach 3 Wochen hat man sich an den andauernden Zustand des Muskelkaters gewöhnt. Auch in den anderen Unterrichtseinheiten macht es Spaß so viele Details über Yoga zu lernen. Die Philosophie wird so herzlich vermittelt und die Anatomie bringt einen so viel Verständnis für die Yogapraxis. Die Woche verging wie im Flug. Am Ende kann man kaum glauben, dass jetzt nur noch eine Woche übrig ist.

Auch hier unterrichteten wir am Ende der Woche eine kleine Sequenz in einer kleinen Gruppe. Es hat ganz gut geklappt und ich freue mich schon auf die finale Unterrichtsstunde, die wir am Ende des Kurses geben. Am Ende der 3. Woche wurden wir dann auch in die finalen Gruppen für unsere Unterrichtsstunde eingeteilt. Außerdem wurden uns die Fragebögen für die finale schriftliche Prüfung ausgeteilt.

4. Woche – Prüfungen, Workshops & Abschied

In der letzten Woche ging es an die Vorbereitung der Prüfung und auch der Unterrichtsstunde, die man geben muss. Jeder unterrichtete so die gesamte Gruppe. Es war wirklich klasse zu sehen, wie sich alle Teilnehmer in den letzten 4 Wochen entwickelt haben. Und das selber unterrichten hat, neben ein wenig Nervosität, auch richtig Spaß gemacht!

Die letzte Woche startete leider mit Magenproblemen für mich (Danke, Indien!). Dennoch wollte ich nun gerade in der letzten Woche nicht schlapp machen und an möglichst vielen der freiwilligen Workshops teilnehmen. Außerdem konnten wir endlich die Umgebung Goas erkunden und mit den neugewonnen Freunden am Strand die Sonne genießen. Also lebte ich von Kohletabletten, Imodium und Elektrolyten um trotzdem alles mitmachen zu können.

Endlich: Graduation Day, wir sind Yogalehrer!!!

Wir sind Yoga Teacher! Krass, ging das schnell. Die 4 Wochen sind verflogen und durch das straffe Programm haben sie sich wie 2 Wochen angefühlt. Nun ist Graduation Day. Heute morgen hatten wir noch die letzte Yoga Stunde. Wir sitzen alle in weiß gekleidet im Kreis in der Yoga-Shala. Jeder ist noch einmal dran und dankt den Lehrern, den Mitstudenten. Mit Mühe halten wir die Tränen zurück, denn gleich kommt ja noch das Gruppenfoto 😉 Wir bekommen jeder ein Zertifikat, mit dem wir nun ausgezeichnet sind Yoga zu unterrichten. Es fühlt sich noch sehr surreal an. Danach gibt es gemeinsamen Lunch, die Stimmung ist fröhlich und alle machen sich auf an den Strand, den Rest des Tages dort ausklingen zu lassen. Bei einem Strandrestaurant essen wir gemeinsam mit allen Studenten und Lehrern Abend und lassen die 4 Wochen in einer Bar bei einem Cocktail ausklingen – das erste Mal ein paar Schlucke Alkohol nach 4 Wochen Abstinenz und gesunder Lebensweise.

108 Sun Salutations

108 Sun Salutations, ca. 45 Minuten durchgehend Sonnengrüße. Dies ist anscheinend eine Tradition nach dem Yoga Teacher Training, die man durchführen soll. Hochmotiviert standen wir also mit ca. 10 Leuten am Morgen nach unserem Teacher Training in der Shala. Es fühlte sich an, als ob wir nicht so richtig Abschied nehmen wollen und machten einfach weiter, obwohl der Kurs schon rum war 😉

Gemeinsam starteten wir mit einer Gruppenmeditation und dann fing jeder mit seinen Sonnengrüßen an. Nach 30 Sun Salutations war ich kurz davor aufzugeben. Dran bleiben! Die letzten 50 verflogen sehr schnell und ich war schon fast in einem meditativen Status durch den stetigen Flow. Nach 45 Minuten habe ich dann die 108 Sonnengrüße vollendet. Es hat sich richtig gut angefühlt und überraschenderweise hatte ich trotz 4 Wochen Vollzeit Yoga am nächsten morgen noch mehr Muskelkater in den Armen.

Mein Fazit & zurück in Deutschland

Yoga TTC bei Trimurti in Goa

Letztendlich war es genau richtig und ich bin froh nach meinem Bauchgefühl entschieden zu haben meine Yogalehrerausbildung in Indien bei Trimurti zu absolvieren. Das Drumherum hat einfach gepasst. Eine wunderschöne Anlage, ein klasse Team an internationalen Yogalehrern und eine tolle Gruppe an Mitteilnehmern haben die 4 Wochen zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Meine einzige Kritik gilt der Gruppengröße. Ich war vorher darauf eingestellt, dass wir keine kleine Gruppe von nur 10 Personen sein würden – genau das war auch ein Grund mich dafür zu entscheiden -, aber 36 Teilnehmer fand ich dann doch schon sehr viel. Dies ist wirklich schade, denn so hat die Gruppendynamik etwas gelitten und es war während der Yogastunden sehr eng. Ich denke eine Gruppengröße von 20-25 wäre ideal gewesen. Nichtsdestotrotz war es ein unvergessliches Erlebnis, welches ich auf keinem Fall missen will!

31 Days of Yoga

Unser einer Lehrer erzählte uns von der 31 Day Yoga Challenge. Nach dem TTC soll man 31 Tage Yoga machen. So bleibt man am Ball und, wenn man etwas länger als 14 Tage tut gewöhnt sich der Mensch an etwas und macht es quasi automatisch.

Ich startete meine 31 Days of Yoga Challenge erst eine Woche später, als ich wieder in Deutschland angekommen war. Nach der Yogalehrerausbildung habe ich mir noch eine Woche Verschnaufpause an Goas Stränden gegönnt.

Ich war gespannt ob ich die Challenge durchhalte, da mein Alltag zu Hause schon sehr straff durchorganisiert ist. Aber das gehört ja auch zur Challenge. Man muss Prioritäten setzen und der Plan ist ja auch Yoga und Meditation langfristig mehr in den Alltag zu integrieren. Und ja, ich habe es geschafft! Es gab 2-3 Tage an denen ich es nicht geschafft habe, aber allzu streng soll man ja auch nicht mit sich sein, es soll ja auch noch Spaß machen 😉 . Mittlerweile hat es sich gut eingependelt. Ich praktiziere ab und zu morgens zuhause alleine Yoga. Mal Ashtanga oder Vinyasa, je nach Laune. Außerdem gehe ich 3-5 Mal die Woche nach der Arbeit und am Wochenende ins Yogastudio um meine Praxis zu erweitern und neuen Input zu bekommen.

Werde ich Yoga unterrichten?

Mein Ziel war es ja Yoga für mich besser kennenzulernen. Dies war auch ein voller Erfolg! Überraschenderweise macht mir das Unterrichten aber auch viel Spaß, lässt sich aber nicht allzu leicht in meinen Alltag integrieren (ich habe schon so viele andere Projekte, die ich neben der Arbeit mache). Für Freunde, Familie und Kollegen gebe ich allerdings gerne Stunden und möchte dies auch beibehalten. Also ja, sporadisch werde ich Yoga unterrichten 🙂

Lust bekommen? So kannst du dich auf dein Yoga TTC in Indien vorbereiten

Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, der über ein Yoga TTC nachdenkt: MACH ES! Finde heraus auf welchen Yogastil du Lust hast, ob du es in 4 Wochen Crashcurs oder berufsbegleitend absolvieren willst. Ich fand es wirklich toll Yoga abseits von meinem Alltag 4 Wochen lang intensiv im Ursprungslandes des Yoga zu lernen. So oder so, es wartet auf jeden Fall eine tolle Zeit mit vielen neuen Erfahrungen, Blickwinkeln und Herausforderungen auf dich. Geistig so wie körperlich bringt es dich ans Limit und darüberhinaus. Also nicht lange zögern und los! 😉

Was du bei einem Yoga TTC nicht vergessen solltest mitzunehmen

Und wenn du auch Lust hast dann kannst du dein Yoga TTC angenehm gestalten indem du folgende Dinge mitnimmst.

  • Eine gute Yogamatte! Lifeforme (meiner Meinung nach die allerbeste Yogamatte!) oder z. B. ein Yogahandtuch kann ich dir hier empfehlen.
  • Desinfektionsspray für die Yogamatte, denn du verbringst viele Stunden täglich auf der Yogamatte in ordentlicher Hitze…
  • Props: Diese werden zwar gestellt, aber du kannst sie natürlich auch gerne mitbringen. Meditationskissen, Gurt, Blöcke, ….
  • Man bekommt eine Bücherliste, aber vor Ort während des TTCs hat man wenig Zeit zum lesen. Es gibt meist ein paar Exemplare von der Bücherliste vor Ort, doch bei 1-2 Exemplaren für alle Studenten sind diese schnell vergriffen. Wenn du vorher Zeit hast kannst du z.B. Bücher von Eckard Tolle lesen, welches ich wirklich sehr empfehlen kann.
  • Das einzige Buch was ich auf jeden Fall mitnehmen würde wäre das Anatomiebuch "Yoga Anatomy" von Leslie Kaminoff. Auch wenn man eigentlich alles im Unterricht lernt ist es wirklich hilfreich um Muskeln, Knochen, usw. nachzuschlagen und besser zu verstehen. Auch sind dort viele hilfreiche Yoga Asanas sehr gut erklärt.
  • Moskitospray: Autan und Co. sind zwar chemische Keulen, helfen aber. Wenn du es lieber natürlich magst (und mit gutem Geruch) empfehle ich dir . Ich fand es genauso gut um die Mücken fernzuhalten.
  • Yogakleidung: Ich würde mindestens 3 Sport BHs und 3-5 Mal Sporthosen und 4-7 Tops/Shirts mitnehmen. Du kannst vor Ort waschen, aber oft braucht man 2 Outfits pro Tag bei all dem Yoga und dem heißen Wetter.
  • Bikini!!! Denn ja, du hast auch mal einen Tag frei, und was gibt es schöneres als nach 6 Tagen Yoga-pur ins Meer zu springen und den Kühen am Agonda Beach zuzuschauen, wie sie gemütlich über den Strand spazieren.

Und ergänzend dazu nichts zum mitnehmen, aber gönne dir Ruhe! Gönne dir ein paar Tage Jetlag-Überwindung und Eingewöhnungszeit vor dem Yoga TTC und, fast noch viel wichtiger, DANACH! Ich habe danach noch eine Woche am Agonda Beach in einem kleinen Hüttchen direkt am Strand verbracht. Genau das richtige nach 4 Wochen Yoga TTC und als Übergang bevor es wieder nach Deutschland ging.

Auch du hast ein Yoga TTC gemacht und möchtest deine Erfahrungen teilen? Oder du bist noch am überlegen ob eine Yogalehrerausbildung das Richtige für dich ist? Ich freue mich über dein Kommentar!

Rhea

Rhea

Vegetarisch seit über 20 Jahren und vegan seit dem Sommer 2013 unterwegs. Kocht gerne, geht gerne lecker essen, macht Yoga und reist für ihr Leben gern um die Welt.

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Vegetarisch seit über 20 Jahren und vegan seit dem Sommer 2013 unterwegs. Kocht gerne, geht gerne lecker essen, macht Yoga und reist für ihr Leben gern um die Welt. Alle Beiträge von Rhea

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